Berliner Urgestein Frank Zander mit neuer Single: „Tanze Eileen“

Passend zur Sommer-Open-Air Saison 2019 präsentiert das Berliner Urgestein seine ganz eigene Version des Folk-Rock Super-Hits „Come on Eileen“ der Dexys Midnight Runners aus den 80ern. Dieser Song war in den USA, England, Australien und vielen anderen Ländern der Erde ein Nummer-Eins-Hit. Als Hanno Bruhn den deutschen Text verfasste, kam die Frage auf, warum es eigentlich keine bekannte deutsche Coverversion von diesem Hit gibt. Die Antwort kam prompt vom Original Musikverlag: „Für Come On Eileen haben die Original Autoren in den letzten 20 Jahren keine einzige Freigabe mehr für Bearbeitungen erteilt“.

Nach einigen Wochen bangen kam aber dann endlich die lang ersehnte Freigabe. Die Version von Zander hat alle überzeugt und die Urheber haben seit langer Zeit mal wieder einer Spezial-Bearbeitung zugestimmt. Und darauf kann Frank Zander stolz sein – und das ist er auch…

Auf jeden Fall scheint der Musiker und gelernte Maler mit seinen Produzenten Frank Kretschmer und Thomas Remm aus dem Musicago Studio in Berlin den richtigen Ton getroffen zu haben. Im aktuellen Sound produziert, schafft es Zander aber mit Hilfe von authentischen, musikalischen Zutaten wie Banjo und Geige, den besonders sympathischen Charakter der „alten“ Nummer beizubehalten. Das österreichische Produzen-tenteam von Jay Neero (Oliver Poschinger), Wordz & Brubek (Michael Blatnik und Mario Wurzer) liefert nun noch die passenden DJ-Versionen, denn es heißt bei Zander ja: Tanze Eileen…

„Tanze Eileen“ ist Frank Zanders erste Single-Auskopplung (VÖ 21.06.2019) aus seinem neuen Album, welches den passenden Namen „Urgestein“ trägt und am 04.10.2019 digital, als CD und auch als Vinyl veröffentlicht wird.

Kurzbiografie:
Der Berliner Sänger und Entertainer Frank Zander hat bereits Generationen begeistert. Mit der „Plattenküche“, „Bananas“ oder „Vorsicht Musik“ hat er Fernsehgeschichte geschrieben und mit Hits wie „Oh, Susi“, „Ich trink auf Dein Wohl, Marie“, „Hier kommt Kurt“ oder dem „Ententanz“ die Musikwelt geprägt. 1977 wird der gelernte Grafiker vom Fachblatt Musikmarkt zum erfolgreichsten deutschen Künstler gewählt, 2002 erhält er das Bundesverdienstkreuz für soziales Engagement und sein alljährliches Weihnachtsfest für Obdachlose. 2011 wird Zander dann für mehr als 300 Wochen Chartplatzierungen ganz offiziell von Media Control und der RTL Chart-Show zum erfolgreichsten deutschen Comedy-Sänger aller Zeiten gekürt.

Quelle: Zett-Records



Neues Studioalbum: Die Toten Hosen – Laune der Natur

Fünf Jahre nach dem mittlerweile legendären Album „Ballast der Republik“ veröffentlichen die Toten Hosen mit „Laune der Natur“ ein neues Studioalbum. „Ballast der Republik“ war ein Riesenerfolg, es hagelte Edelmetallauszeichnungen und war die achte Nummer Eins der Band seit 1990. Die Single „Tage wie diese“ sprengte alle Rekorde, die „Der Krach der Republik“-Tournee gehörte zu den größten, die dieses Land je gesehen hat. Die Band erinnert sich: „Niemand hatte mit dem Erfolg von ‚Ballast der Republik‘ gerechnet und auch die anschließende Tournee hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Die letzten Jahre haben uns viel Freude bereitet, aber es gab auch bittere Momente...

Der Tod unseres langjährigen Freundes und Managers Jochen Hülder war ein Schock. Anderthalb Jahre später mussten wir auch von unserem ehemaligen Schlagzeuger Wölli Abschied nehmen, der seinen Kampf gegen den Krebs verlor. Beide Ereignisse haben uns wieder einmal klar gemacht, wieviel Glück wir als Band mit unserer Freundschaft haben, aber auch dass unsere Zeit nicht ewig währt. Es ist ein Privileg, dass die Leute nach 35 Jahren noch immer an den Hosen interessiert sind und daran, was ihre neuen Liedern zu bieten haben. Das sehen wir auch als Teil unserer Existenzberechtigung, dass sich die Menschen heutzutage immer noch über unsere Musik streiten.“

Ihr langanhaltender Erfolg macht die Toten Hosen zu einer absolute Ausnahmeerscheinung: So sind nicht nur viele Fans der ersten Stunde ein Leben lang dabei geblieben, sondern es wachsen auch ständig neue Supporter nach, die Fanbasis verjüngt, erneuert und erweitert sich mit jeder Saison. Dieses Phänomen, dass die Band es schafft, wie kaum eine zweite, mit ihren Liedern Menschen der unterschiedlichsten Altersgruppen und Gesellschaftsschichten zu begeistern, ist der Kern der, wenn man so will, Tote Hosen-Formel.
Campino dazu: „Wir schreiben aus der Perspektive von hier und heute. Am Anfang unserer Zeit, als wir zwischen 20 und 30 Jahren alt waren, sahen wir es ganz klar als unsere Aufgabe, die Jungen von den Alten zu spalten. Es war in unserem Sinne, wenn die Eltern schimpften ‚Du gehst nicht auf ein Konzert der Toten Hosen‘. Streckenweise war es auch nicht ungefährlich. Es gab viel Polizei, Schlägereien – all das, was unserem Lebensgefühl von Rock'n'Roll entsprach. Das passte zu der Zeit. Aber mit den Jahren haben wir verstanden, dass jede Generation eigene Helden braucht. Wenn wir heute die Jungen mitnehmen wollen, dann geht das nur über den entgegengesetzten Ansatz: Verbinden, nicht Spalten. Dieser Generationenkonflikt, wie wir ihn noch erlebt haben, existiert ja gar nicht mehr. Heute gibt es Familien, die sich so gut verstehen, dass die Kinder die Eltern mit aufs Konzert nehmen oder umgekehrt. Das finde ich herrlich. Wir sind nicht mehr nur die Band für die Jugend, die sich mit ihrem Musikgeschmack gegen die Eltern auflehnen möchte“.

Dafür haben die fünf Musiker mit ihrem seit 1982 entstandenen Gesamtwerk mittlerweile einen Songkosmos geschaffen, der für ihre Fans zu einem Soundtrack ihres Lebens geworden ist. Leben bedeutet Vielfalt und diese spiegelt sich in der Musik und den Texten der Toten Hosen wieder. „Laune der Natur“ ist ein Paradebeispiel dafür:
Tod und Vergänglichkeit sind ein großes Thema auf dem Album, aber so alltäglich wie traurige Geschehnisse sind eben auch die freudvollen Momente, die genauso ihren Niederschlag in den neuen Liedern finden. Das Leben ist halt nicht nur schwarz oder weiß, und so muss bei aller notwendigen Nachdenklichkeit, bei ernsten oder politischen Themen auch immer Platz für einen Gag oder mal derben Humor sein. Gerne auch innerhalb eines Liedes. Freud und Leid liegen auf „Laune der Natur“ nah beieinander, es sind hier wie im richtigen Leben zwei Seiten der gleichen Medaille.

Über musikalische Grenzen setzen sich Die Toten Hosen schon seit einigen Albumveröffentlichungen konsequent hinweg. Klar, ihre Wurzeln haben sie in der Punkbewegung der 70/80er und das Fundament ist stets schnörkelloses Rock-Handwerk. Trotzdem haben sie sich in den letzten Jahren stilistisch weit geöffnet, sodass sie auf „Laune der Natur“ befreit aufspielen können wie nie zuvor. „Wir müssen niemandem etwas beweisen, aber wir vergessen niemals, wo wir herkommen. Wir konnten nur so werden, weil wir früher die Jungs von der Opel-Gang waren, aber wir leben in der Gegenwart, für uns passt alles gerade sehr gut. Punk war für uns immer, genau das zu tun, worauf man Lust hat und zwar nach seinen eigenen Regeln, das war immer die Maxime der Toten Hosen“, so Frontmann Campino über das Selbstverständnis der Band. Und nach dieser Definition ist ihre neue Platte ein Punkalbum in Reinkultur: Da stehen die hosentypischen Vollgas-Kracher neben knalligem Powerpop, Balladen, Hymnen, die große Showtreppe und auch vor wohldosiertem Pathos hatten die fünf Düsseldorfer noch niemals Angst. Das letzte Lied auf dem Album wird von ihrem verstorbenen Schlagzeuger Wölli gesungen, auf „Kein Grund zur Traurigkeit“ hört man ihn ein letztes Mal gemeinsam mit seinen Freunden singen.

Neben dem Einfachalbum erscheint „Laune der Natur“ auch in einer Doppelalbum-Spezialedition, für den Die Toten Hosen eine Fortsetzung ihres legendären Klassikers „Learning English Lesson 1“ aufgenommen haben. Auf dieser Scheibe zollten die Jungs 1990 ihren Helden der ersten Welle der Punkbewegung Respekt, indem sie mit vielen der alten Recken deren Hits der frühen Jahre coverten.
Als sich die Band zum Aufwärmen im Proberaum mal wieder durch ihre Lieblings-Punkklassiker spielte, kam die Idee auf, mit einem zweiten Teil weitere musikalische Schätze von damals einem größeren Publikum von heute zugänglich zu machen. Das Ergebnis ist die „Learning English Lesson 2“, deren 21 Songs hauptsächlich in London aufgenommen wurden. Es waren bei jedem Lied wieder Gäste dabei, unter anderem Jello Biafra von den Dead Kennedys, Colin McFaull von Cock Sparrer, Mensi von Angelic Upstarts, Steve Diggle von Buzzcocks und Jake Burns von Stiff Little Fingers. Aber auch Bob Geldof von den Boomtown Rats und vergessene Kultfiguren wie „Mad“ Phil Thompson von obskuren Underground-Helden wie den Pasty Faces sind mit von der Partie.

„Laune der Natur“ erscheint am 5. Mai als CD-Album, Doppel-CD-Spezialedition mit „Learning English Lesson 2“, Dreifach-Vinyl-Album inkl. Doppel-LP-Spezialedition „Learning English Lesson 2“, limitierte Deluxe Box als Download inkl. Spezialedition „Learning English Lesson 2“ sowie im Streaming.

Tracklist

01. Urknall
02. Alles mit nach Hause
03. Wannsee
04. Unter den Wolken
05. Pop & Politik
06. Laune der Natur
07. Energie
08. Alles passiert
09. Die Schöne und das Biest 0
10. Eine Handvoll Erde
11. Wie viele Jahre (Hasta La Muerte)
12. ICE nach Düsseldorf
13. Geisterhaus
14. Lass los
15. Kein Grund zur Traurigkeit

VÖ: 05.05.2017
Label: JKP/Warner
Medium: Deluxe Box / LP / CD / Download / Streaming

Weitere Informationen auf:
http://www.dietotenhosen.de und <ahref="https://www.facebook.com/dietotenhosen" target="_blank" rel="noopener">https://www.facebook.com/dietotenhosen

CD bei Amazon finden: http://www.amazon.de/gp/search?=UTF8&keywords=B06XKVX91H
Quelle und Bildmaterial: JKP



Neues Album: The Twins – Living For The Future

Im Jahr 1980 entschlossen sich Sven Dohrow und Ronny Schreinzer gemeinsam ihre musikalische Zukunft in die Hand zu nehmen. Der Name The Twins« entstand als Ausdruck der Arbeitsweise der beiden: Von der Entstehung eines Songs, bis zur fertigen Produktion machen Sven und Ronny alles zu zweit. Dies bedeutet, dass sie Komponisten, Produzenten und Interpreten ihrer eigenen Songs waren und sind. Gleich die erste Twins Single, »The Desert Place«, wurde 1982 zum Renner in den Clubs und kam, wie auch der Titel »Face To Face« in die US-Billboard-Dance-Charts. Den großen Durchbruch erlebten die Twins 1983 in Italien, wo sie, noch vor der Gruppe »Police« und direkt hinter »Culture Club, mit den Titeln »Face To Face« und »Not The Loving Kind« den 2. Platz der Jahrescharts erreichten. Die Platten der Twins gehörten damit zu den am meisten nachgefragten Tonträgern in diesem Land. Mit dem Top 20-Hit »Ballet Dancer« stellte sich 1984 der Erfolg auch in Deutschland ein. Die Singles »Love System« und »Love In The Dark« und das Album »A Wild Romance«, platzierten sich ebenfalls in den deutschen Charts. Mit anschließenden Live-Auftritten in Europa bewiesen die Twins zusammen mit ihrer Band, dass sie nicht eines der üblichen ,,One-Hit Wonder“.

1993 folgte die 7. LP »The Impossible Dream«, und die daraus stammende Single »Tonight« brachte die Twins wieder zurück in die deutschen Charts. 1995 gründeten Sven und Ronny ihr eigenes Plattenlabel »Passion Factory Records«. Dieses seit vielen Jahren im Hause der Meisel Musik-Verlage (Inhaber der legendären Hansa-Studios und Gründer der Hansa Musik Produktion) administrierte Label führte dazu, dass alle Tonträger der Twins wieder zahlreich und erfolgreich auf dem Markt sind. Ein echtes Highlight ist dabei sicherlich das Album »The Twins – Live in Sweden«, das bisher einzige Live-Album der Gruppe. Es wurde im Jahr 2005 bei einem umjubelten Konzert in Göteborg aufgenommen. 2018 ist es endlich soweit – das Warten vieler Twins-Fans im In- und Ausland hat ein Ende: Die neue LP »Living For The Future«, das erste Twins-Album mit aktuellen Titeln seit 25 Jahren kommt auf den Markt. Sven Dohrow und Ronny Schreinzer haben dafür 12 Songs erstellt, die nahtlos an ihre Erfolgstitel anknüpfen. Die Fans der Band werden mit dieser LP auf eine Reise durch den Electronic-Pop mitgenommen, der weder etwas von seiner Aktualität, noch dem Charme der achtziger Jahre eingebüßt hat. Auch Tim Dowdall, der Textdichter vieler Twins-Titel, ist wieder mit an Bord. Das neue Twins-Album ist ein zeitloses Stück Musik, dass nicht nur bei alten Fans ankommen, sondern ihnen auch viele neue erschließen wird.

Und noch etwas: In diesen Tagen wird das Buch »The Twins – Die Abenteuer einer Electronic Pop-Band« erscheinen, das die eine Hälfte der Twins, Sven Dohrow geschrieben hat. Es enthält auf über 300 Seiten nicht nur viele, unveröffentlichte Abbildungen, sondern auch die authentische Geschichte der Twins und ihren musikalischen Weg bis 1989. Das Buch beinhaltet zum Teil brisante Interna über das Schallplatten- und Showbusiness der achtziger Jahre, sowie eine launige Schilderung von persönlichen Begegnungen der Twins mit Stars wie Culture Club, Nena, Depeche Mode, Roger Daltrey, Modern Talking, Renato Zero oder Gazebo.

Tracklist:

01. The Twins – Down In Key Largo 4:02
02. The Twins – Going To The Moon 4:38
03. The Twins – All I Want To Do 4:40
04. The Twins – Marina Jones 5:24
05. The Twins – When I Lost You 6:46
06. The Twins – So Wrong 4:33
07. The Twins – At The End Of Love 4:09
08. The Twins – Johnny – Can You Hear Me 5:10
09. The Twins – Never Surrender 5:02
10. The Twins – You’re Not The Only One 3:36
11. The Twins – Living For The Future 4:31
12. The Twins – Ghosts Of Yesterday 5:29

Weitere Informationen auf:
http://www.the-twins.de und https://www.facebook.com/thetwinsberlin

Quelle und Cover: Monopol
VÖ-Termin: 22.06.2018



Manfred Maurenbrecher live im Berliner Mehringhof-Theater

Manfred Maurenbrecher mit Daniela Herbig und Oliver OttEr ist ein Dinosaurier in der deutschen Musiklandschaft im positivsten Sinne. 2015 erhielt er den "Deutschen Schallplattenpreis" für sein Album "Rotes Tuch". Manfred Maurenbrecher. Verbiegen läßt er sich nicht. Er singt, textet und komponiert aus Leidenschaft. Aus Überzeugung. Und spricht seinen Zuhörern aus der Seele. Findet die Worte, die man selbst manchmal vergeblich sucht und verpackt sie in wunderbare Melodien. Zugegeben, seine Texte sind nicht immer "leichte Kost". Und manchmal muß man zwei- oder dreimal hinhören, um genau zu verstehen, was er gemeint haben könnte. Aber Musik bietet immer Spielraum zur Interpretation. Und so sollte es auch sein. Der Hörer wird mit auf eine Reise genommen. In eigene und fremde Welten, fantastische, bunte, lustige und anklagbare. Und so gestaltete sich auch das Manfred Maurenbrecher-Konzert im Berliner Mehringhof-Theater am 28. Oktober. Drei Tage gastierte der Berliner Künstler, der ebenfalls im Oktober sein neues Album "Flüchtig" herausgebracht hatte, in Kreuzberg.

Es ist Samstag. Partyzeit in Berlin. Die Straßen sind belebt und Menschen ziehen in die unterschiedlichsten Richtungen an uns vorbei. Am dritten Tag ist nicht jeder Platz mehr besetzt im kinoähnlichen Saal des Theaters. Und das Publikum ist auch sicher nicht der typische Partygänger-Durchschnitt. Der wäre hier auch völlig fehl am Platz. Wer die Musik von Manfred Maurenbrecher kennt, weiß dass man sich jetzt nicht einfach "berieseln" lassen kann, wie beim hektischen Durchlauf durch den Supermarkt. Wer es nicht weiß, wird es gleich erfahren. Begleitet wird Manfred Maurenbrecher von seiner Band. Dem Schlagzeuger Andreas Albrecht, der liebevoll auch "Schlagwerker" genannt wird. Und dem Gitarristen Marco Ponce Kärgel. Maurenbrecher sitzt am Klavier. Gut zwei Stunden, mit einer kurzen Pause zwischendurch, wird das Publikum entführt und zum Nachdenken, Mitdenken und Schmunzeln animiert.

Nein, eine Stimmung, in der vorne an der Bühne mitgetanzt wird, entsteht nicht. Kann auch nicht wirklich entstehen. Manfred's Musik ist keine Tanz-Musik. Der ein oder andere Kopf wippt jedoch mit. Mal im Takt. Mal außer Takt. Aber nie taktlos. Andere sitzen ganz aufmerksam da und versuchen jedes Wort zu verfolgen, während wieder andere scheinbar tief in Gedanken versunken sind. So tief, daß man sich unweigerlich fragt, welche eigenen Erlebnisse gerade in Erinnerung gekommen sind, ausgelöst durch das, was sich auf der Bühne abspielt. Manfred Maurenbrecher & Band zeigen Spielfreude und transportieren eine Atmosphäre zum Wohlfühlen. "Zu früh", "Wie weit kann man gehen?" vom aktuellen Album "Flüchtig" sind schon auf der CD wunderbare und eindringliche Stücke. Live klingen sie fast noch intensiver. Einziger Wermutstropfen: Die weibliche Stimme, die auf der CD dazu zu hören ist, fehlt.

Zwischen einzelnen Titeln, erzählt Manfred von Gedanken, die er sich macht. Unter anderem, daß er sich selbst manchmal fragt, ob er das ein oder andere, was er auf Facebook schreibt, worüber er sich geärgert hat, das auch wirklich abschicken sollte. Auf "Posten" klicken sollte. Und während er das so denkt, hat er auch schon den Button gedrückt. Gepostet. Abgeschickt. Das Publikum lacht. Ja, das macht ihn so sympathisch. Diesen Song-Dinosaurier, der schon seit so vielen Jahren im Geschäft ist. Und genau so verläuft der ganze Konzert-Abend. Getragen von Musik zum Hören.Zum Zu-Hören. Nicht zum Ver-Konsumieren. Als auch noch "Die Kuh macht Muh", der allererste Song von Maurenbrecher, erklingt, weiß jeder, der es noch nicht wußte: Maurenbrecher erzeugt Bilder, Landschaften, Reisen im Kopf. Schöne und nicht Schöne. Ein Musiker, der sich treu geblieben ist. Ein gelungenes Konzert zum Weiter-Empfehlen. "Die Kuh macht Muh" - vor Freude!

Text: © Daniela Herbig
Fotos: © Sandy Reichel & Oliver Ott



Das grosse COSA ROSA-Spezial bei „Die freshen 2“

"...wie lang, wie lang ist es her, warum ist es vorbei?", sang Rosa Precht 1985 in dem Song "In meinen Armen". Drei Alben hat das Projekt, welches aus Reinhold Heil und Rosemarie Precht bestand, von 1983 bis 1986 veröffentlicht. Ihr größter Hit "Millionenmal" wurde 2006 von Inka Bause gecovert und war 1985 bis auf Platz 10 der deutschen Charts geklettert. Leider verstarb Rosa Precht viel zu früh im Jahr 1991 an Magenkrebs. Rosa Precht war eine Ausnahmekünstlerin. Grund genug und schon längst überfällig, sich COSA ROSA in einem ausführlichen Spezial zu widmen. Reinhold Heil, der in den Achtzigern unter anderem auch mit "Spliff" und als NENA-Produzent erfolgreich war, lebt heute in Los Angeles und arbeitet als Filmkomponist. Er war von 1976 bis zu Rosa's Tod auch ihr langjähriger Lebensgefährte. Daniela Herbig und Oliver Ott freuen sich, daß Reinhold Heil Zeit gefunden hat, für ein Interview bei "Die freshen 2". Wann? 29. April 2017 ab 18 Uhr.

Moderation:
Daniela Herbig & Oliver Ott

Die freshen 2 hören:
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Die freshen 2 im Web:
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Weitere Informationen zur Sendung unter:
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Tipp der Redaktion:
Einen sehr interessanten Artikel zu Cosa Rosa finden Sie hier.

Übrigens:
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Text: © Daniela Herbig
Foto: © Oliver Ott



Die freshen 2 – Das große „Opus-Spezial“

Ewald Sunny Pfleger, Songschreiber und Gitarrist bei OPUS, ist am Samstag, den 4. März im Interview bei Daniela Herbig und Oliver Ott. Er hat schon viele Songs geschrieben. Einen davon, kennt man auf der ganzen Welt: "Live Is Life". Zwei Solo-Alben hat er bereits veröffentlicht. "Skyland" und "Time Flies". Seit 44 Jahren sind OPUS mittlerweile im Musikgeschäft. Das muß eine Band / ein Künstler erst einmal schaffen. Opus haben es geschafft! Es gibt also viel zu erzählen. Ewald "Sunny" Pfleger beim großen OPUS-Spezial. Am Samstag, 4. März, ab 18 Uhr auf RADIO fresh80s.

Die freshen 2 - Erwarten Sie nichts!
Der Radio-Wahnsinn hat einen Namen und zeigt endlich sein wahres Gesicht. Könnte man schreiben. Muß man aber nicht. Haben wir aber trotzdem getan. 2 Stunden Live-Sendung, 2 Stunden die beste Musik aus dem besten Jahrzehnt. 2 Stunden Sendezeit im Radio, die jeder geneigte Radio-Hörer mit seinen 2 Ohren ganz klar besser verbringen könnte, als 2 Stunden den 2felhaften Versuchen der Moderatoren lustig und unterhaltsam zu sein, Aufmerksamkeit zu schenken. Daniela Herbig und Oliver Ott versuchen es trotzdem und treten mutig gegen den Dudelfunk an und leben ihre Format-Radio-Traumatas am Mikrofon aus. Klingt ganz gut, oder?

Moderation:
Daniela Herbig & Oliver Ott

Die freshen 2 hören:
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Die freshen 2 im Web:
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Text: © Daniela Herbig
Foto: © Karl Schrotter



Platten brauchen keine Fönwelle – Mit Frl. Menke in Seenot

Es gibt Lieder, die hört man und dann bekommt man sie nicht mehr aus dem Kopf. Melodien, die sich so einprägen, daß die pharmazeutische Schlafmittel-Industrie eigentlich einen neuen Markt für sich entdecken könnte. Ist da wirklich noch niemand drauf gekommen? Also wirklich nicht? Den Zustand, daß Du eine Melodie ständig im Ohr hast, wie einen kleinen unsichtbaren Mann, der aus einer Endlos-Repeat-Taste zu bestehen scheint, und dir die Töne in schönen und nicht zu stoppenden Wiederholungsschleifen leise oder auch 'mal lauter in Deine Gehörgänge quasi einspeist. Und dabei völlig unberücksichtigt läßt, ob es sich dabei um den hellen Teil der 24 Stunden, also den Tag-Teil oder dem dunklen Teil des 24-Stunden-Rhythmus' handelt, auch als Nacht bekannt. Manchmal kann man sich nicht wehren. Egal, was man macht. Der Nachbar feiert wieder einmal eine Party in einer Lautstärke, daß das Porzellan langsam in seine wertvollen Einzelteile zerbricht. Mit dem Besen gegen die Wand klopfen!? Hilft zumindest dem Gefühl etwas tun zu können. Was aber kann man tun, wenn der "Quälgeist" sich direkt in einem selbst befindet? Wie auch immer er da reingekommen sein mag.

"Traumboy - ich bin so einsam, Traumboy, wann wirst du mein..." Ich werde gleich selbst "mein". Im Radio gehört, fast nebenbei, beim Schularbeiten-Machen. Soll man ja nicht. Also Hausaufgaben machen und dabei Musik hören. Ich konnte aber ohne Musik hören, keine Hausaufgaben machen. Wollte ich auch nicht. Und nun hatte ich den Schlamassel. Die "dunkle Seite der Macht" hatte Einzug gehalten. Na ja, eigentlich war es nur Zeit zum Schlafen gehen. An Schlaf war aber nicht im entferntesten zu denken. Ein von mir erträumter Zustand, jedoch konnte ich davon wahrlich nur träumen. Immer wieder diese Zeile. Wahrscheinlich hatte der "kleine Mann im Ohr" noch nicht den ganzen Text auswendig auf seiner Datenbank der "Melodien für Millionen" parat. Irgendwann in den frühen Morgenstunden fiel ich in einen kurzen Schlaf. Doch "Halt": Nachdem wieder irgendwelche mathematischen Gleichungen und mir ominös erscheinende Zahlenreihen auf Schäfchen-Wolken begegneten, hörte ich aus der Ferne eine mir mittlerweile ein klein wenig vertraute Melodie. "Traumboy, ich bin so einsam..." Meine Augen drehten sich nach innen und schon war ich wieder hellwach. Kann denn nicht irgendjemand dieser verzweifelten Frau diesen Traumprinzen bringen, damit ich endlich wieder meine Ruhe habe? Oder, hochverehrte Pharma-Industrie: "Ist da denn so gar nichts zu machen? Ein paar bunte Pillen gegen den "kleinen Mann im Ohr"? Leute, ihr habt gegen fast alles so ein kleines rundes oder gar eckiges Teilchen!" Den passenden Werbe-Slogan hätte ich bereits: "Sie haben einen "kleinen Mann im Ohr" - das kommt mit "Small Man Away" nicht mehr vor!" Oder so ähnlich.

Das war meine erste bewußte Begegnung mit Frl. Menke. Dass vorher schon "Hohe Berge" (bis heute 2,5 millionenmal verkauft) von ihr besungen wurden, erschloß sich mir erst nach dem "Traumboy". In der ZDF-Hitparade war man wohl von der Kostüm-Idee der Künstlerin nicht so angetan. Wollte diese doch in einem weißen Brautkleid mit Schleier auftreten. Das tat sie dann auch. Den Schleier holte sie jedoch erst während ihres Live-Auftritts hervor und setzte ihn sich ganz selbstverständlich auf den Kopf. Ach ja zu dieser Zeit wurden die "ZDF-Mainzelmännchen" schon arg geschüttelt und gebeutelt von diesen komischen Künstlern.

Die Stimme von Franziska Menke hatte und hat bis heute einen hohen Wiedererkennungswert. Das leicht rauchige in in ihrem Gesang prägte ihre Songs und gab ihnen das gewisse Etwas. Irgendwie war sie ein Typ. Etwas Eigenständiges. Das galt auch für ihre Art sich auf der Bühne zu bewegen. Das ist das, was in der NDW (Neue Deutsche Welle) ohnehin viel Kreativität bewies. Wenn ich Hubert Kah sage, weiß wohl jeder, was ich meine. Die Musiker machten einfach "ihr Ding". Gesanglich, outfitmäßig und überhaupt. Sie hauchten damit der deutschen Musiklandschaft "neues" Leben ein. Frl. Menke katapultierte sich zu einem NDW-Star und wurde 1982 von den BRAVO-Lesern unter die 10 beliebtesten Sängerinnen gewählt.

Als dann 1983 ihre dritte Single "Tretboot in Seenot" erschein, ereignete sich in meinen vier Wänden ein nahezu "traumatisches" Ereignis, welches ich auch noch selbst verursacht hatte. Dieses "Tretboot in Seenot" war nämlich auch so ein besagter Wurm, besser als Ohrwurm bekannt, gegen den die Pharmaindustrie scheinbar bis heute machtlos zu sein scheint. Das kleine runde schwarze Ding, auch Single genannt, hatte ich stolz erworben und hörte es nun rauf und runter. Im Nu war ich textsicher und hüpfte wie ein Flummi durch das Zimmer. Hätte mich jemand sehen können, hätte wahrscheinlich jeder gedacht, daß ich in Seenot bin. So weit so gut. Wenn ich nicht auf eine ganz hochintelligente und so gar nicht empfehlenswerte Idee gekommen wäre.

Haare waschen. Meine langen blonden Haare sollten frisch im Wind zu der Musik fliegen. Jawohl! Gedacht, getan. Beim Waschen der Haare trällerte ich fleißig: "...SOS will nach Haus', SOS will hier raus, SOS will nicht untergeh'n..." Nichts ahnend, daß meine gute Laune eine gehörige Abkühlung erfahren sollte. Ich holte meinen Föhn, um schnellstmöglich die zotteligen Haare trocken zu bekommen, damit ich mein in Seenot geratenes Tretboot schnell wieder auf den Plattenteller legen konnte. Aber warum eigentlich warten? Okay, der Föhn ist laut, aber dann mache ich halt die Lautstärke eben lauter als den Föhn. Eine geniale Idee einer Elfjährigen. Platte an, Föhn an und dann auch noch laut mitgesungen.

Eine knappe Minute später wunderte ich mich, daß die Töne, die ich vernahm sich seltsam verquer anhörten und eher aus einem Horror-Film entsprungen zu sein schienen. Ein prüfender Blick Richtung Plattenspieler, gefolgt von blankem Entsetzen. Was war das?! Das kleine runde schwarze Ding holperte nur noch im passenden gerade noch einwandfrei besungenem Wellengang über den Plattenteller. Die Nadel war allerdings bei diesem sehr heftigen Seegang dem Treiben nicht gewachsen und hatte sich verabschiedet. Föhn aus. Fassungslosigkeit, gefolgt von Wut über meine eigene Dummheit machte sich breit. Ja, aber dann liefen mir doch ein paar salzig schmeckende Tropfen über das Gesicht, denn ich konnte mir die Platte kein zweites Mal leisten. Aufgelöst im Tränenmeer rannte ich wie vom Blitz getroffen in die Küche zu meiner Mutter. Sie schaute mich an und dachte wunder, was Schlimmes passiert sei. Nach kurzer kaum zu verstehender Berichterstattung meinerseits, konnte meine Mutter sich das Lachen nicht verkneifen.

"So 'ne Platte hat nicht jeder", meinte sie. Ich wollte aber eine, die alle haben. Eine, die ich wieder abspielen kann! Wie mein Vater reagiert hat, als er dieses Kunst-Produkt sah, muß ich ja wohl nicht erwähnen. Nicht aufgeben lautete meine Devise. Nun war ich also auf Radio und Fernsehen angewiesen. Damit ich das Lied auf Kassette aufnehmen konnte. Aber "der kleine Mann" im Ohr hatte jetzt auch seine guten Seiten. Denn ich hatte dieses Lied auswendig mit Text im Kopf. Ob mit oder ohne Radio.

Frl. Menke bekam von diesem weltbewegenden Ereignis dieser ganz besonderen Föhnwelle auf "Tretboot in Seenot" natürlich nichts mit. Sie veröffentlichte noch zwei weitere Singles "Messeglück in Düsseldorf" (1983 Polydor) und "...die ganze Nacht" (1984 Wea). "Messeglück in Düsseldorf" ist leider schon etwas untergegangen. Völlig zu unrecht. Dieser Song zählt für mich heute zu ihren Klassikern. Das 1982 erschienene Album mit dem schlichten Titel "Frl. Menke", ebenfalls Polydor, habe ich mir erst viele Jahre später kaufen können. Es enthält ein paar ganz tolle Lieder, die ich auch 2015 noch sehr gerne höre. Neben den Hit-Singles "Hohe Berge" und "Traumboy" (in der Maxi-Version) sind für mich "Tag des Herrn", "Angst" und das unübertroffene "Ich sitz immer am Fenster" absolute Lieblings-Titel. Dort heißt es u.a.: "...mein Freund, der wählt alternativ, und ich sitz' immer am Fenster. Er meint ich sei wohl naiv, doch ich sitz' lieber am Fenster..." Die Texte schrieb / schreibt Franziska Menke selbst, oft zusammen mit Harry Gutowski, selbst Autor, Texter, Produzent und Musiker. Im Jahr 1998 wurde das Album unter dem Titel "Hohe Berge" erstmalig als CD veröffentlicht und enthält zusätzliche einige Single B-Seiten und Maxi-Versionen.

2010 veröffentlichte das ehemalige Fräulein-Wunder der NDW unter dem Namen Franzi Menke die Single "Freunde" und bewies mit dieser Veröffentlichung, daß sie auch im Hier und Jetzt als Musikerin angekommen ist. Eine leichte und eingängige Pop-Nummer mit einem schönen Text. Untätig war sie in der Zwischenzeit ohnehin nicht. Sie hat Musik für die Werbung geschrieben ("Berentzen"), ab 2000 spielte sie in verschiedenen Theater-Produktionen mit.

Bis heute tritt sie auch immer wieder mit einigen NDW-Kollegen auf NDW-Partys auf. Am 26. Dezember 2015 moderierte Franziska Menke das "Watts Up-Festival" in Cuxhaven. Medienpartner war RADIO fresh80s.

Aber was wurde aus dem "Tretboot in Seenot"-Trauma einer Elfjährigen? Im Jahr 2005 hat mir ein lieber Freund die Platte zu Weihnachten geschenkt. Trauma aufgelöst. 22 Jahre später konnte ich dieses kleine runde Ding wieder mein Eigen nennen. Geföhnt habe ich mir aber meine Haare seit diesem denkwürdigen Tag nie wieder in der Nähe eines laufenden Plattenspielers. Obwohl ich zugeben muß, dass das schon ein besonders gelungenes Kunstwerk war, was ich da ganz unbedarft mit meinem Föhn kreiert hatte. "Im Tretboot in Seenot treiben wir im Abendrot, zögernd gibt er zu versteh'n - Schatz, es ist kein Land zu seh'n..." Dieses Lied wird immer eine besondere Bedeutung in meinem Leben haben. Und wehe jemand erwähnt das Wort Föhn in diesem Zusammenhang. Wie, das habe ich schon selbst getan...? Niemals...

Daniela Herbig / RADIO fresh80s

Hinweis
Viele interessante Artikel gibt es auch auf der Homepage von Daniela Herbig unter: https://www.dalila-light.de



Paso Doble – Zum Beispiel der Froschkönig

Paso Doble"...die Module spielen verrückt, mensch ich bin total verliebt, voll auf Liebe programmiert mit Gefühl...", "Herz an Herz, hörst du mich - SOS ich liebe dich..." Zeilen, die jeder kennt. PASO DOBLE waren in den Achtzigern mit ihren gefühlvollen und ausdrucksstarken Songs eine feste Instanz. Heute sind sie als "Duo Rale und Frank Oberpichler" unterwegs und widmen sich mit ihrem neuen Programm den (immer noch) brandaktuellen und tiefen Botschaften der Märchen der Gebrüder Grimm.

Mit Rales unverkennbarer Stimme und ihrer einfühlsamen Gesangs- und Erzählkunst sowie ihrer schauspielerischen Darstellung nimmt sie die Zuschauer an die Hand und begleitet sie auf eine besondere Reise. Eine Märchenreise, die darüber hinaus mit interessantem Infotainment über die Symbolik und Bildsprache der Grimm'schen Märchen angereichert ist. Wer fühlt sich da nicht automatisch in seine Kindheit zurückversetzt? Begleitet wird sie dabei von ihrem Mann Frank, der mit seinem malerischen Pianospiel dieser einzigartigen Märchenreise eine außergewöhnliche Atmosphäre verleiht. "...zum Beispiel der Froschkönig" ist ein Musikmärchen, welches einen wahrlich in eine zauberhafte Welt entführt.

Anschließend gibt es noch ein Meet & Greet mit Rale und Frank. Die "Künstler zum Anfassen" sozusagen. Offen für Fragen, Gespräche und zum Kennenlernen. "...zum Beispiel der Froschkönig" verzaubert. Ganz einfach.

Text (überarbeitet) Daniela Herbig / RADIO fresh80s

Paso Doble im Studio

Termine
27.05.2016 - Eschwege, Landgrafenschloss
03.07.2016 - Pinneberg, Drostei
08.07.2016 - Kassel, GrimmWelt
08.10.2016 - Tornesch, POMM91
27.11.2016 - Holm, Dröpshus

Hinweis
Viele interessante Informationen zum Duo Rale und Frank Oberpichler auch unter: http://www.oberpichler.hamburg



Rio Reiser: „…bei euch da unten läuft doch alles schief…“

1987 sang Rio Reiser auf seinem zweiten Solo-Album "Blinder Passagier" (CBS) in dem Song "Arche B." (Text: Misha Schöneberg): "...neulich schrieb mir Noah einen Brief, bei euch da unten läuft doch alles schief, aber lass' uns jetzt nicht lange reden - wieso, weshalb und warum und weswegen...". Wenn Ralph Christian Möbius alias Rio Reiser heute noch leben würde, würde er vermutlich diese Textzeile genauso singen wie vor 29 Jahren. Die Menschheit steht nach wie vor vor denselben Problemen (mögen sich die Darstellungsformen mitunter auch in einem anderen Gesicht zeigen) und der Suche nach Antworten und umsetzbaren Lösungen.

Rio Reiser, der am Tag seiner Geburt am 09.01.1950 als erstes eine vierzig Watt Glühbirne erblickte und als zweites das Osram-Blitzlicht seines Vaters, hätte als Musiker, Texter und Songschreiber, der die Welt und das Leben neugierig und hinterfragend (er-)lebte und beobachtete, noch genügend Material für unzählige Songs. Seine Band "Ton Steine Scherben" (1970-1985) lieferte Anfang der Siebziger den Soundtrack der linken Szene mit den bekannten Titeln wie "Keine Macht für Niemand" oder "Macht kaputt, was euch kaputt macht". Einprägsame Parolen, die sofort im Ohr blieben. Man verschaffte sich Gehör. Und darum ging es letztendlich. "Ton Steine Scherben" verstanden sich als Musiker-Kollektiv, in dem Kreativität und das Entwickeln von Songs eine sehr wichtige Rolle spielten. Im Laufe der Zeit entzog sich die Band dem Anspruch und der Vereinnahmung der linken Szene und kaufte einen Bauernhof in Fresenhagen (Nordfriesland). Weit ab von Berlin entstanden neue Eindrücke und Ideen, die auf dem 1975 erschienenen Doppel-Album der Scherben "Wenn die Nacht am tiefsten..." (David Volksmund Produktion) ihren Weg auf Platte fanden. Noch deutlicher wurde der Abstand von Berlin auf der sogenannten "Schwarzen" (1981; David Volksmund Produktion). Ebenfalls eine Doppel-LP mit dem schlichten Titel "IV". Klassiker wie "Jenseits von Eden", "Der Turm stürzt ein" und "Heimweh" sind auf diesem Album verewigt worden. 1984 veröffentlichte die Major Company Wea die Single "Dr. Sommer" mit Rio Reiser, produziert von Annette Humpe und Gareth Jones . 1985 kam das Aus für die Scherben. Schulden von rund 200.000 DM hatten sich angehäuft. Die Band löste sich auf. Rio Reiser machte allein weiter.

1986 begann die Solo-Zeit von Rio Reiser. Annette Humpe (Ideal) hatte den Kontakt zu George Glueck hergestellt. Rio's zukünftigem Manager. Im Januar 1986 erschien die Single und Maxi-Single "Alles Lüge" (CBS) und sorgte für Neugier und Anerkennung bei denjenigen, die Rio Reiser bis dato nicht kannten und für Ablehnung derer, die ihr Idol aus der linken Szene nicht kommerzialisiert wissen wollten. Bis heute habe ich dieses Phänomen nicht verstanden: Was daran falsch sein soll, wenn ein Musiker seine Songs nun einer breiteren Masse zugänglich machen kann. Rio Reiser hat in seiner Solo-Zeit die gleichen Themen besungen, wie zu Scherben-Zeiten. Und viel Song-Material aus der Zeit mit "Ton Steine Scherben" verwendet, wie z.B. die erste Single "Alles Lüge". Liebeslieder, Seemannslieder und kleine Geschichten bekamen ebenfalls mehr Raum.

Gleich die zweite Single-Veröffentlichung aus dem erfolgreichen ersten Album "Rio I." (CBS) "König von Deutschland" avancierte zum größten Hit von Reiser. Und ist bis heute unzählige Male gecovert worden. Die Radio-Stationen liebten den Titel und spielten ihn rauf und runter. Leider entwickelte sich "König von Deutschland" ein wenig zu "Fluch und Segen" gleichermaßen. Plattenfirma und auch Fans wollten von da an immer wieder einen zweiten "König von Deutschland". Sprich einen mindestens genauso großen Erfolg oder aber besser einen noch größeren als mit dem "alten König". Erst einmal koppelte man noch zwei weitere Singles aus dem Erfolgsalbum aus. "Junimond" und "Für immer und dich". Beide CBS. Und beide ebenfalls auch als Maxi-Single erschienen. "Für immer und dich" erstrahlte in einem aufgefrischten Sound-Gewand und klang somit anders als auf der LP. "Rio I." wurde mit hochkarätigen Studio-Musikern wie u.a. Curt Cress, Peter Weihe und Kenneth Tayler eingespielt. Annette Humpe und Udo Arndt produzierten das "Erstlingswerk". Rio Reiser hatte 1986 sein erfolgreichstes Jahr und wurde von den Lesern der Zeitschrift "Musik Express" zum erfolgreichsten "Newcomer" gewählt. Was deutlich machte, daß Rio Reiser zwar schon seit 26 Jahren (ab der "Scherben-Zeit" gezählt) als Musiker arbeitete, aber eben der breiten Masse nicht bekannt war. Das von allen Seiten hochgelobte Album "Rio I." schaffte es bis auf Platz 26 der deutschen Charts.

1987 erschien das bereits oben erwähnte Album "Blinder Passagier" (CBS) und enthielt viele schöne Songs. Bänkelgesänge, Seemannslieder, Songs voller Poesie und Kritik. Die "Gropiuslerchen", die mit dem Lied "Berlin, Berlin" 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins in den Charts waren, sangen auf "Blinder Passagier"den Chor bei der wunderschönen Pop-Ballade "Der Sommer kommt". Mit "Manager" startete man einen zweiten Versuch um ein wenig an den Erfolg von "König von Deutschland" anzuknüpfen. Einzigartige Textzeilen, die mehr als deutlich machten, daß Rio Reiser ein Texter war, der seinesgleichen suchte, befanden sich auf diesem zweiten Longplayer. "...du sagst du willst die Welt nicht ändern, und ich frag' mich, wie machst du das nur..." ("Wann"; Text: Rio Reiser). Oder "Normal" (Text: Rio Reiser): "...ich bin normal wie du und ich, weiß was ich tun darf und was nicht, ich mach' alles, was man mir sagt, ich hab' noch nie Warum gefragt..." Rio Reiser war ein begnadeter Sänger und schaffte es jedem Song eine gesangliche Atmosphäre einzuhauchen, die den Zuhörer erreichte. Nicht nur oberflächlich, im Vorbeigehen, sondern tiefer. Er berührte die Seele. Die Herzen. Es gibt nicht so viele Sänger, die diese Tür bei ihren Hörern öffnen können. Denn hierbei geht es nicht um den perfekten Gesang, der jeden Ton trifft, sondern darum das Gefühl in die Stimme zu transportieren. Rio's Stimme konnte problemlos und gleichermaßen freche Rotzigkeit, Ironie, Liebeskummer, Sehnsucht, Verzweiflung und Stärke ausdrücken. All das floss authentisch in seine Songs ein.

Das dritte Album, welches den schlichten Titel "Rio***" trug (das mit den drei Sternchen), erschien 1990 bei CBS. Produziert wurde es von "den Kuhjaus". Hinter diesem Pseudonym verbargen sich Udo Arndt und Reinhold Heil (Spliff / COSA ROSA). Ein synthetischer Klangteppich durchzieht das gesamte Album. Dieser endet aber nach jeweils drei Titeln. Dort stoppte dann das Tonband und Rio mußte es wechseln, wie er im Pressetext-Material zu dieser Platte erzählte. Zwei Singles, die auch als Maxi erschienen sind, wurden ausgekoppelt. "Zauberland" und "Geld". "Zauberland" gilt neben "Junimond" und "Für immer und dich" als eine der schönsten Balladen von Rio Reiser. Bis heute. Mit dem Refrain von "Alles" (Text: Rio Reiser) erinnerte der Songpoet u.a. an die Kraft der Fantasie: "...alles, was ich sein will, kann ich sein - ich kann alles sein, was ich will..." Wie oft diese lebendige und kreative Kraft, die in jedem Menschen vorhanden ist, im hektischen Alltag verloren geht, läßt sich nur erahnen. Oft, sehr oft. Die ebenfalls wunderschöne Ballade "4 Wände" zählt heute zu den Reiser-Kult-Songs. "...vier Wände, meine vier Wände, ich brauch' meine vier Wände für mich..." Wie glücklich man sich schätzen kann, wenn man seine eigenen vier Wände besitzt.

Manchmal mußte es auch mit dem Kopf "Durch die Wand" sein. Für den im Tierkreiszeichen "Steinbock" geborenen Musiker traf auch dieses Merkmal zu. Spätestens mit dem vierten Studio-Album. "Durch die Wand" (Columbia) 1991. Als Single-Auskopplungen erschienen "Jetzt schlägt's dreizehn" (auch als Maxi erschienen) und "Nur dich" (1992). Lutz Kerschowski, ein Musiker aus der ehemaligen DDR, war mittlerweile festes Band-Mitglied bei Rio Reiser und schrieb den Text für "Nur dich". 1988 spielte er als Vorgruppe beim legendären Rio-Reiser-Konzert in der Werner-Seelenbinder-Halle. Der wunderschöne und eindringliche Song "Der Krieg" (Text: Rio Reiser) kommt auf diesem Album zwar nicht ganz so intensiv daher, wie auf der von Möbius-Rekords 1998 veröffentlichten CD "Rio am Piano I", ist aber bis heute unverzichtbarer und zeitloser Bestandteil der Rio-Must-Have-Songs: "...der Krieg, er ist nicht tot der Krieg, er ist nicht tot er schläft nur, er liegt da unterm Apfelbaum und wartet - auf dich, auf mich - er ist nicht tot der Krieg..."

Da der Erfolg von "König von Deutschland" und dem dazugehörigen Album "Rio I." sich nicht wieder einstellte, versuchte man es noch einmal mit Erfolgsproduzentin Annette Humpe. Rio Reiser, der immer lieber Musik machen wollte als in irgendwelchen Talkshows zu erzählen, daß er eine neue Platte gemacht hat, hatte mittlerweile immer weniger Lust auf Interviews, in denen er sich ohnehin meistens nur oberflächlich und mit den immer gleichen Fragen konfrontiert sah. Das 1993 erschienene fünfte Album nannte sich einfach "Über alles" (Columbia). Mittlerweile war CBS The Family of Music schon längst von Sony Music übernommen worden. Mit "Neun99zig" widmete sich Rio dem bis heute anhaltenden "Phänomen" der auf Preisschildern stehenden 99 Pfennig nach dem Komma. Und kommt zu dem Schluß: "...ich schenk' dir 'n Pfennig und kassier' 'ne Million...9,99 keine zehn Mark..." Heute ist es natürlich der Cent. "Nimmst du mich mit" und "Inazitty" erschienen als Maxi-CD. Die CD hatte das Vinyl abgelöst.

1994 gab es eine "Best-Of" mit einer neu arrangierten Version vom "König von Deutschland" Textlich aktualisiert. Und ein klein wenig kehrte für einen kurzen Moment der Erfolg von einst zurück.

Bereits 1995, neun Jahre nach dem Beginn der Solo-Karriere, erblickte "Himmel & Hölle" (Columbia) als sechstes Album das Licht der Musik-Welt. Dass dieses Album das letzte von dem Sänger mit der Stimme, die aus der Seele kam, werden sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt wohl noch niemand. "Straße" und "Träume" wurden als Maxi-CD veröffentlicht. "...Träume verweh'n, wenn niemand da ist, der sie träumen kann...", heißt es in "Träume". Dieser Song stammte aus dem Tatort "Im Herzen Eiszeit", in dem Rio Reiser eine der Hauptrollen spielte. Das Album enthält elf wunderbare Rock-Songs und Balladen und kam wieder sehr viel rockiger daher, als die Vorgänger-Alben. Als letzter Titel befand sich "Himmel & Erde" (Text: Rio Reiser) auf der CD: "...und da waren zwei Menschen, die trafen vier Menschen, die trafen acht Menschen, die trafen sechzehn Menschen, trafen zweiunddreissig Menschen und die hatten sich gerne, die bauten 'ne Leiter wollten bis zu den Sternen - am Schluß waren's viel mehr als hunderttausend Leut' und wenn wir nicht gestorben sind leben wir noch heut'..."

Rio Reiser starb am 20. August 1996 auf seinem Hof in Fresenhagen (Nordfriesland). Bis 2011 befand sich sein Grab hinter seinem Haus. Seit 11. Februar 2011 befindet sich seine letzte Ruhestätte auf dem St.Matthäus Friedhof in Berlin.

Der Ein oder Andere mag sich jetzt fragen, warum hier nichts über seine Kindheit steht, über seine Jugend, nichts über das Hoffmann's Comic Teater, nichts über seinen ersten Kino-Fim "Johnny West", so wenig über Ton Steine Scherben, seine Mitgliedschaft in der PDS, nichts über Claudia Roth als Managerin der Scherben und nichts über seine Homosexualität und nichts über die Songs, die er für andere Künstler, wie Ulla Meinecke, Pe Werner u.a. geschrieben hat, nichts über seine Familie, nichts über weitere Film-Musiken und nichts über... All diese Dinge sind schon so oft ge- und beschrieben worden. In Büchern, Zeitschriften-Artikeln, In Foren, auf Webseiten, in Biografien und Autobiografien und und und. Dieser Artikel ist eine Erinnerung an einen einzigartigen Musiker, der die deutsche Sprache so wunderbar in Song-Texte transportieren konnte, daß Menschen sich in ihrer Seele und in ihrem Herz berührt gefühlt haben und immer noch fühlen. Das ist das, was immer bleibt: Die unvergessene Musik eines einzigartigen Künstlers. Und das ist das, was die Menschen verbindet. In Rio Reiser's Musik. "...da war ein Wort am Anfang der Welt, ein Wort das die dunkelste Nacht erhellt, das Wort war Liebe war das Wort und das ist der Schlüssel zum großen Tor..." ("Irrlicht"; Text: Rio Reiser)

Text: Daniela Herbig
Fotos: Audioarchiv RADIO fresh80s



NENA: „Ihr kennt mich vielleicht noch aus den Achtzigern…“

Am 27. Februrar 2015 erschien das achtzehnte reguläre NENA-Album "Oldschool" (Lough & Peas Companay BMG) auf dem Markt. (Sämtliche Live-, Best Of-, englischsprachige und Kinder-Alben nicht mitgezählt.) Die mittlerweile 55-jährige Sängerin (geb. 24.03.1960) zählt zu den größten Popstars in der deutschen Musikgeschichte. Wer hätte das Anfang der Achtziger für möglich gehalten?

Am 21. August 1982 präsentierte eine noch völlig unbekannte Band im "Musikladen extra - deutsche Ausgabe" (von Radio Bremen produziert; ausgestrahlt in der ARD) ihre erste Single. "...ich hab' heute nichts versäumt, denn ich hab' nur von dir geträumt...", sang die damals 22-jährige Gabriele Susanne Kerner, wie Nena mit bürgerlichem Namen heißt. Den Zuschauern stockte der Atem. Den männlichen wohl eher wegen des superkurzen roten Leder-Minirocks (..."mir ist schon ganz heiss..."), den die quirlige Frontfrau trug und die weiblichen hatten endlich die Identifikationsfigur zu jener Zeit schlechthin gefunden. NENA. Dieser Auftritt sollte der Beginn einer außergewöhnlichen Karriere sein. "Nur geträumt" (Text: Nena Kerner, Rolf Brendel; Musik: Uwe Fahrenkrog-Petersen) war bis zu diesem Auftritt im "Musikladen" ein braver Ladenhüter gewesen, der allenfalls die Plattenregale mit seiner Anwesenheit beglückte, aber eben auch nicht mehr. Die Karriere der fünfköpfigen Band startete nun mit Überschallgeschwindigkeit und schien erst einmal durch nichts zu stoppen zu sein. Mit Jim Rakete (eigentlich Günther Rakete) hatte die Band einen hervorragenden Fotografen und Manager an ihrer Seite. Die NENA-Band bestand in den Achtzigern aus: Nena Kerner (Gesang), Carlo Karges (Gitarre), Uwe Fahrenkrog-Petersen (Keyboard), Jürgen Dehmel (Bass) und Rolf Brendel (Schlagzeug).

Mit den berühmten "99 Luftballons", geschrieben von Carlo Karges (gestorben am 30. Januar 2002), gelang den Nena's sogar der internationale Durchbruch. Weltweit flogen die "99 Luftballons" in die Charts ein. Der Anti-Kriegs-Song wurde von Christiane F., neben vielen anderen Titeln, mit auf eine USA-Reise genommen. DJ Rodney Bingenheimer vom nordamerikanischen alternativen Radio-Sender K-ROQ wurde auf das Lied aufmerksam. Dort gespielt, verbreitete sich der Song ebenfalls in rasantem Tempo und avancierte auch in den USA zu einem Mega-Hit. Die deutsche Original-Version der "99 Luftballons" flog in Amerika bis auf Platz 2. In England hingegen veröffentlichte man Ende 1983 mit "99 red balloons" eine englischsprachige Variante des Top-Hits, der es dann im Februar 1984 bis an die Spitzenposition der Charts schaffte.

Die steile Karriere von NENA glich fast einem Märchen. Mädchen und junge Frauen wollten unbedingt wie NENA aussehen. Jungs und Männer verliebten sich reihenweise in das deutsche Pop-Mädchen, welches mit seiner teils unbedarft, frech, fröhlichen Art vielleicht an eigene (verlorene) Träume und Sehnsüchte erinnerte. NENA versprühte eine Form von Lebendigkeit und Unbekümmertheit, die die alltäglichen Nöte und Sorgen ihrer Fans für einen Moment in den Hintergrund treten ließen. Als die NDW (Neue Deutsche Welle) 1982 ihre kommerzielle Hoch-Phase erreichte, wurde NENA zum Aushängeschild. An diesen vier Buchstaben kam keiner (mehr) vorbei. Die Jugendzeitschrift BRAVO platzierte das Fräuleinwunder wöchentlich auf der Titelseite und es verging kaum eine Ausgabe ohne NENA-News und Berichte. Es folgten Poster, Star-Sticker, Star-Album, Star-Bühne und zwei Star-Schnitte. Wer NENA unbedingt in Lebensgröße (wer wollte das damals nicht?) in seine vier Wände oder wo auch immer hinhängen wollte, hatte mit BRAVO die Zeitschrift gewählt, die es Teenie-Träumereien und Fantasien ermöglichte dem Liebling der Nation 'mal "so ganz nahe" zu kommen. Neben dem Jugendmagazin Nummer Eins, sprangen natürlich auch alle anderen Medien auf den NENA-D-Zug auf. Einschaltquoten und Auflagen ließen sich mit NENA erhöhen. NENA war ein Phänomen, welches manchmal wie aus einer fernen Galaxie auf diesem Planeten wirkte. Der "Stern" titelte 1983: "NENA - Der singende Zeitgeist".

Mit zunehmendem Erfolg kamen auch die Neider. Das immer gleiche Phänomen (besonders in Deutschland). Ist jemand erst einmal groß genug geworden, beginnt man langsam aber sicher den einst hochbejubelten Star daran zu erinnern, daß das Hoch jetzt nun reicht. Die aufgebauten Türmchen müssen wieder zertrümmert werden. Zugegeben kam NENA anfangs noch eher bescheiden daher, wurde mit dem stetig steigenden Erfolg auch schon 'mal ordentlich geprotzt. Aber das ist ja kein allein NENA-typisches Phänomen. In einer Welle von überschäumendem Erfolg und wenn einem die ganze Welt im wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen liegt, ist es ganz sicher auch nicht leicht immer die "Bodenhaftung" zu bewahren. Erfolg will auch verarbeitet werden. Und dafür hatte die Band schlichtweg keine Zeit.

Das erste Album "NENA" (CBS) verkaufte sich damals über eine Million Mal und die daraus ausgekoppelten Singles "Nur geträumt", "99 Luftballons" und "Leuchtturm" platzierten sich alle in den obersten Chart-Positionen. Ebenfalls noch 1983 erschien die erste gleichnamige Single vom zweiten Album. "? (Fragezeichen)". Die Single kündigte auch tempomäßig an, daß es etwas ruhiger und langsamer zugehen würde auf dem neuen Longplayer. Das Album "? (Fragezeichen)" verkaufte sich damals rund 780.00 mal. Platin-Status. Auch die zweite LP wurde wie der überaus erfolgreiche Vorgänger von Reinhold Heil und Manne Preaker (Spliff) produziert. NENA ging auf Europa-Tournee und war am Zenit ihres Erfolges angekommen.

Die für eine kurze Zeit sehr erfolgreiche NDW (Neue Deutsche Welle) erreichte langsam ihr Aus. Englischsprachige Musik beherrschte wieder stärker den deutschen Musik-Markt. "...irgendwie fängt irgendwann, irgendwo die Zukunft an, ich warte nicht mehr lang'..." Die Zukunft von NENA als Band war 1984 mit dem letzten großen Erfolg "Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann" nocht nicht gefährdet. 1985 erschien das dritte und wendungsreiche Album "Feuer & Flamme". Ein bißchen weg vom Teenie-Band-Image wirkte das Album "erwachsener". Internationaler. Hatte man sich schließlich mit u.a. Lisa Dalbello tatkräftige Unterstützung geholt. In der BRAVO "schockte" NENA mit blauem Lippenstift, bunter Jacke und bunten Strähnchen in den Haarspitzen ihre wartenden Fans. "Feuer & Flamme" ging ca. 255.000 mal über die Ladentische und schaffte immerhin noch den "Gold-Status". Doch die überall plakatierte großflächige Werbung der "NENA-Tour'85" konnte die teils halbleeren Hallen nicht verhindern.

Das Album "Feuer & Flamme" (CBS), welches ebenfalls auch als komplett englischsprachige Ausgabe erschien unter dem Titel "It's all in the game" (CBS), zeichnete sich durch eine tolle, wenn auch manchmal "etwas zu viel-Produktion" aus. Auch die Texte wirkten "gereifter". In "Haus der drei Sonnen" (Text: Carlo Karges; Musik: Uwe Fahrenkrog-Petersen) wurde die Geschichte eines Spielers erzählt, der sich an den Spielautomaten verliert und "Das alte Lied" (Text: Carlo Karges; Musik: Jürgen Dehmel) handelte von dem immer gleichen Trott und das jeder immer das macht, was er eben macht. Tagein tagaus, ohne vielleicht einmal innezuhalten, ob das nun auch wirklich so richtig ist. Dieses tagein tagaus. "...Spekulanten spekulieren, Demonstranten demonstrieren, Polizisten patroullieren...und die ganze Welt singt mit das alte Lied..." Die NENA-Fans wollten das alte NENA-Lied aber immer weniger mitsingen und zogen sich zurück oder wandten ihre Aufmerksamkeit anderen Dingen zu. Mit "Du kennst die Liebe nicht" (Text und Musik: Nena Kerner) wurde 1986 eine völlig neu arrangierte Single- und Maxi-Version des Lieblingsstücks der NENA-Fans vom "Feuer & Flamme"-Album veröffentlicht, die musikalisch nichts mehr mit der Version vom Longplayer gemeinsam hatte. Aus einer Ballade wurde nun ein Rock-Song.

1986 erschien das letzte NENA-Album als Band. "Eisbrecher" (CBS). Hier war man wieder zurückgekehrt. Zu den Wurzeln. Und man hoffte, daß auch die Fans wieder den Weg zu NENA finden würden. "...es ging alles viel zu schnell, deshalb konntet ihr uns auch gar nicht seh'n, wir wollten euch auch nicht schockier'n, doch wir hoffen auf ein Wiederseh'n...", hieß es in "Mondsong", der ersten Single-Auskopplung. "Mondsong" schaffte es immerhin noch einmal auf Platz 36 der Single-Charts, konnte aber an die Erfolge von einst nicht mehr anknüpfen. Das Album klang durchweg erdiger und rockiger als das sehr stark, an manchen Stellen, wie oben bereits erwähnt, auch etwas überproduzierte "Feuer & Flamme".

Wunderschöne und aussagekräftige Texte befanden sich auf der letzten LP. In "Schön wär' es doch" (Text: Carlo Karges; Musik: Rolf Brendel) hieß es u.a.: "...für eine Welt ohne Krieg fehlen uns leider die Waffen, für eine Welt ohne Angst fehlt uns leider der Mut..." Oder an anderer Stelle in dem Song "Ring frei": "Vor'm Fundbüro für verlorene Träume stehen viele Menschen und warten Tag und Nacht. Doch das Fundbüro für verlorene Träume hat seine Tür noch niemals aufgemacht..." "Eisbrecher" war das erste Album der Band, welches nicht mehr von Reinhold Heil produziert wurde, sondern von Klaus Voormann. 1987 veröffentlichte man dann noch eine zweite Auskopplung mit "Engel der Nacht". Die sehr rockige und temporeiche Maxi-Single sei jedem empfohlen. Doch die Fans, die noch begeistert zu "99 Luftballons" und "Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann" getanzt und gesungen hatten, kehrten nicht zu ihrem einstigen Idol zurück. Es war an der Zeit Abschied zu nehmen. Die Band löste sich auf und hinterließ vier, sowohl musikalisch als auch textlich hervorragende reguläre (ohne Best Of- und englischsprachig) Alben.

"Wunder gescheh'n - wir dürfen nicht nur an das glauben, was wir seh'n". Ein wichtiger Satz. Denn nichts ist bekanntlich so wie es scheint. Das traf auch auf den einstigen Super-Star NENA zu. 1989 meldete sie sich mit ihrem ersten Solo-Album ("Wunder gescheh'n", Epic) wieder sehr erfolgreich zurück. Es war eben noch nicht vorbei. Mit der Karriere. Auf dieser LP verarbeitete die Sängerin den Tod ihres ersten Kindes Christopher, der behindert zur Welt gekommen war. NENA gab diesem Kind all ihre Liebe und ging mit ihm gemeinsam den Weg seines kurzen Lebens. In regelmäßigen Abständen veröffentlichte NENA Album um Album. Erfand sich immer wieder neu. Kurze Haare, lange Haare, blond, braun, schwarz. Durchaus auch von Pop-Ikonen wie Madonna und Kylie Minogue inspiriert. Musikalisch versuchte sie sich immer wieder in unterschiedlichen Stilen, denen sie aber mit ihrer unverwechselbaren Stimme das typische "NENA-Gewand" gab. Spiritualität wurde für die Künstlerin ein immer wichtigeres Thema. Auch in der Öffentlichkeit sprach sie offen über ihre Ansichten und Lebenseinstellung und stieß damit nicht immer auf Verständnis.

2002 gelang der Sängerin ein phänomenales "Comeback". Mit "Nena feat. Nena" stürmte sie die Charts wie zu Zeiten der NDW. Die alten Songs neu aufgenommen. Teilweise mit Künstlern wie Udo Lindenberg, Kim Wilde u.a. eingesungen. Spätestens seit diesem Album ist NENA wieder konstant in den obersten Chartpositionen vertreten. "...Ihr kennt mich vielleicht noch von ein paar Klassikern aus den Achtzigern...", lautet eine Zeile aus dem aktuellen Album von 2015 "Oldschool", an dem u.a. auch Samy DeLuxe erheblich beteiligt war. Ja, so kann man es in etwa beschreiben. Ein "paar" NENA-Klassiker kennt wohl jeder. Oder um mit einem weiteren Zitat aus "Oldschool" zu antworten: "...und so singen wir die ganze Nacht unsere Lieblingslieder, Lieder von früher..." Und von heute! NENA hat es geschafft mehrere Generationen mit ihrer Musik zu verbinden. Das ist das, was letztendlich zählt. Die Verbindung von Menschen untereinander.

Am 16. Oktober 2014 erschien im Aufbau-Verlag das Buch vom einstigen Schlagzeuger der Band und langjährigem Freund von NENA. Rolf Brendel: "NENA - Geschichte einer Band". Sehr ehrlich, aus seiner ganz persönlichen Sicht und Erinnerung heraus erzählt und aufgeschrieben. Ein sehr interessantes Interview mit Rolf Brendel finden Sie auch unter: http://www.dalila-light.de/must-have/rolf-brendel-klar-waren-wir-zeitgeist/

Hinweis
Viele interessante Artikel gibt es auch auf der Homepage von Daniela Herbig unter: http://www.dalila-light.de

Musik von Nena bei Amazon:
http://www.amazon.de/gp/search?=UTF8&keywords=Nena

Text: Daniela Herbig
Fotos: Audioarchiv RADIO fresh80s
Titelbild: ©Kristian Schuller





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