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RADIO fresh80s : Interview mit Steffi Stephan bei "Backstage"
Dieser Artikel wurde am 27.11.2016 veröffentlicht


Interview mit Steffi Stephan bei "Backstage"
Steffi Stephan ist einer der wenigen Musiker, der in den 80er Jahren mit zwei verschiedenen Bands in der DDR auftreten dufte. Seine Erinnerungen an die Auftritte mit Udo Lindenberg und mit Peter Maffay könnten unterschiedlicher kaum sein. Warum die fest geplante DDR-Tournee von Udo Lindenberg wieder abgesagt wurde, und warum Peter Maffay hingegen durch die DDR touren durfte, davon erzählt Steffi Stephan unserem Moderator Thorsten Schmidt am Mittwoch, den 30.November ab 20 Uhr bei "Backstage".






Interview mit Steffi Stephan bei "Backstage"
In den 80er Jahren zupfte Steffi Stephan bei Udo Lindenberg und bei Peter Maffay den Bass. Somit kann er gut vergleichen, wie unterschiedlich deren Auftritte in der DDR gewesen sind. „Peter Maffay war auch in der DDR ein Star, Udo Lindenberg hingegen war Kult“, so fasst er die Unterschiede der beiden Rock-Ikonen zusammen. Zum Kult gehört auch Udos subversiver Humor, der den DDR-Politikern suspekt war. „Die haben nicht verstanden, dass ein Song wie „Sonderzug nach Pankow“ nicht böse gemeint war. Udo hat sich ja nicht gegen die DDR geäußert. Ganz im Gegenteil: Er wollte ja hinein. Und so wie Udo sein Anliegen vorträgt, kann man doch wirklich nur darüber schmunzeln“.

Offenbar fehlte der DDR-Führung der notwendige Humor. Ein fest geplante DDR-Tournee des Panikorchesters wurde wieder abgesagt. Offenbar hatte die Stasi interveniert und eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung befürchtet. Steffi Stephan hat sich später seine Stasi-Akte durchgelesen: „Es ist schon erschreckend zu lesen, das wir auf Schritt und Tritt überwacht wurden. Jede Kleinigkeit wurde protokolliert. Nur dass ich mir im Palast der Republik in der Garderobe einen Joint gebaut habe, dass haben sie übersehen...“

In den konfliktfreien 80er Jahren waren die deutschen Rockmusiker das Sprachrohr der protestierenden Jugendlichen. Steffi Stephan hat sich immer als ein politischer Künstler gesehen und so stand er bei vielen Konzerten der Friedensbewegung, bei „Rock gegen Atom“ und bei „Rock gegen rechts“ auf der Bühne und hat Flagge gezeigt: „Und wenn das nicht ausgereicht hat, dann müssen wir noch viel lauter singen und auch heute immer wieder deutlich machen, dass man sich auch mit Musik in politische Diskussionen einmischen kann und muss.“



Dieses Interview mit Steffi Stephan beendet die diesjährige Sendereihe "Musik hinter der Mauer" – Sämtliche Interviews zu diesem Thema können Sie in unseremAudioarchiv noch einmal nachhören.


Sendetermine:
Mittwoch, 30.11.2016 ab 20 Uhr
Samstag, 03.12.2016 ab 12 Uhr (Wiederholung)


Sendung verpasst?
Kein Problem. In unserem Audioarchiv können Sie das Interview nochmals nach der Sendung anhören.



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