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RADIO fresh80s : Interview mit Andreas Kolm von "Chuzpe"
Dieser Artikel wurde am 13.02.2015 veröffentlicht


Interview mit Andreas Kolm von "Chuzpe"
Wien im Jahre 1979: Eine ganze Stadt liegt im Dornröschenschlaf. Die lauten, rauen und wilden Töne aus England sind zunächst nur wenigen Musikfans bekannt. Doch plötzlich gab es "Chuzpe", "Minisex", "Metzlutzkas Erben" und die "Mordbuben AG". Die ersten Punkbands versammelten sich zum "Wiener Blutrausch". Andreas Kolm - Gitarrist, Keyboarder und Komponist von "Chuzpe" - war mittendrin in dieser explodierenden Subkultur der Donaustadt. Und davon erzählt er am Montag, den 16.2.2015, ab 20 Uhr bei den "Blauen Augen".






Interview mit Andreas Kolm von "Chuzpe"
Der Vinyl-Sampler "Wiener Blutrausch" gab 1979 den Startschuss für eine Szene von jungen Punk- und New Wave-Bands, die sich von Wien aus rasch über ganz Österreich ausbreitete. Die jungen Musiker hatten nichts am Hut mit der Gemütlichkeit der Austropop-Poeten, sie fühlten sich eher der frühen Neuen Deutschen Welle verbunden und mischten ihre eigene österreichische Duftnote hinzu. Überall eröffneten neue Bars als Szene-Treffs. Mit Neonröhren und Badezimmerfliesen. "Der Rhythmus dieser Stadt" (so ein Songtitel von "Chuzpe") war ein rasanter. Bands kamen und gingen oder wechselten ihre Musiker wie die sprichwörtlichen Unterhemden.

Die Musiker von "Chuzpe" hingegen schafften etwas Beständiges. Ihre Fangemeinde wuchs beharrlich und sie wurden zu einer der beliebtesten Bands in Wien. Zu Beginn der 80er Jahre verabschiedeten sie sich vom reinen Punk und entwickelten einen sehr tanzbaren New Wave-Stil. Mit "Love will tear us apart" (einer Coverversion des Klassikers von Joy Division) kletterten "Chuzpe" 1981 in die Top Ten der österreichischen Hitparade. Die LP "1000 Takte Tanz" von 1982 wurde zu einem Klassiker des österreichischen New Wave.

Im Gespräch mit unserem Moderator Thorsten Schmidt plaudert Andreas Kolm über die "Beislanarchie" der späten Siebziger, über Falco und über den Label-Chef Markus Spiegel von GiG Records und über die vielfältigen Einflüsse auf die Wiener New Wave-Szene… Er war dabei, als alles anfing und auch als alles zu Ende ging. Auch "Chuzpe" überlebte die Achtziger nicht



Zeitsprung in das Jahr 2014: Andreas Kolm experimentierte mit Synthesizern und Sequenzern und es entstanden Sounds und Melodien, von denen er meinte, er habe sie schon mal gehört. Bald wurde ihm klar, woher er diese Sounds kannte: Sie klangen "chuzpisch"... Er spielte diese Melodien seinen alten Bandkollegen Robert Wolf und Stephan Wildner vor und die waren sofort Feuer und Flamme. Plötzlich war "Chuzpe" wieder da.

Das neue Album "Vor 100 Tausend Jahren war alles ganz anders" bietet modernen Elektro-Pop und ist gleichermaßen ein direkter Nachfolger des Albums "1000 Takte Tanz". Die 10 Songs sind mit Augenzwinkern, Bissigkeit und Selbstironie gewürzt, aber keinesfalls gemildert durch die in den vergangenen 100 Tausend Jahren angehäufte Lebenserfahrung. Und es wird berichtet, "was vom Punkrock übrig blieb".


Sendetermine:
Montag, 16.02.2015 ab 20 Uhr
Dienstag, 17.02.2015 ab 21 Uhr (Wiederholung)

Sendung verpasst?
Kein Problem. In unserem Audioarchiv können Sie dieses Interview nochmals anhören.

Fotos:
Hanna Wildner
Barbara Rückl-Kolm



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