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RADIO fresh80s : Interview mit Lieselotte Reznicek bei "Backstage"
Dieser Artikel wurde am 01.11.2014 veröffentlicht


Interview mit Lieselotte Reznicek bei "Backstage"
Lieselotte Reznicek war die Sängerin von "Mona Lise", der einzigen professionellen Frauen-Rockband in der DDR. Frauen in der Rockmusik waren seinerzeit auch in der DDR etwas exotisches. Und so sorgte die Band in der DDR rasch für Furore. Warum plötzlich sogar Udo Lindenberg im Probenraum auftauchte, das erzählt Liese Reznicek im Gespräch mit unserem Moderator Thorsten Schmidt. Dieses fünfte Interview in unserer Sendereihe "Musik hinter der Mauer" hören Sie am Mittwoch, den 5.November ab 20 Uhr bei "Backstage".






Interview mit Lieselotte Reznicek bei "Backstage"
Wolfgang Schubert, der Manager von "Pankow", hatte die Idee, eine reine Frauen-Rockband zusammenzustellen und suchte 1982 nach geeigneten Musikerinnen. Eine Sängerin war schnell gefunden, denn der Bassist von Pankow, Jäcki Reznicek, empfahl seine Ehefrau Lieselotte, mit der er zusammen an der Hochschule für Musik studiert hatte. Mit Antje Wittösch (git), Manuela Rehberg (bass) und Christina Powileit (dr) war die Gründungsbesetzung von "Mona Lise" rasch gefunden. Als Vorband bei den Konzerten von Pankow machte sich die Band bald einen Namen und dank der Kontakte von Wolfgang Schubert ließen auch die erste Fernsehauftritte nicht lange auf sich warten.

Aber trotz einiger Hits wie "Tina", "Tränen", "Ruhelos" oder "Harmonie von gestern" blieb "Mona Lise" der ganz große Erfolg verwehrt. Auch der Sprung in den Westen wurde nicht geschafft. Udo Lindenberg, der "Mona Lise" als Vorband für eine Tour durch die BRD verpflichten wollte, wurde von den Kulturbehörden ebenso abgeblockt wie Annette Humpe, die gern eine Platte mit der Frauenband produziert hätte. Für die Familie Reznicek ergab sich daraus die kuriose Situation, dass der Ehemann mit einem Dauervisum von Pankow (und später von Silly) täglich zum Einkaufen nach West-Berlin fahren konnte, die Ehefrau aber nie in den Westen durfte.

Letztlich scheiterte Mona Lise an dem eigenen Anspruch, als Frauenband alles selber machen zu wollen. Eine Zusammenarbeit mit professionellen Textern und Komponisten - seinerzeit bei DDR-Rockbands gang und gäbe - wurde abgelehnt. Liese Reznicek schrieb die Texte, von denen sie heute sagt, dass einige doch recht naiv geraten seien. Als die Entwicklung der Band stagnierte, verabschiedeten sie sich vom Konzept einer reinen Frauenband, und holten männliche Musiker in die Band. "Künstlerisch haben uns diese frischen Ideen vorangebracht", erinnert sich Liese Reznicek, "aber unser Image als Frauen-Rockband waren wir damit los. Für die Medien waren wir nun uninteressant und es kamen auch immer weniger Besucher zu unseren Konzerten." Die Auflösung von "Mona Lise" im Sommer 1989 war die logische Konsequenz.



Dieses ausführliche Interview ist der fünfte Beitrag in unserer Sendereihe "Musik hinter der Mauer": Im Oktober und November erinnern sich Musiker aus Ost und West an die Musik im jeweils anderen Deutschland. Bei "Backstage". Immer am Mittwoch Abend ab 20 Uhr.


Sendetermine:
Mittwoch, 05.11.2014 ab 20 Uhr
Samstag, 08.11.2014 ab 12 Uhr (Wiederholung)


Sendung verpasst?
Kein Problem. In unserem Audioarchiv können Sie das Interview nochmals nach der Sendung anhören.



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